Anja Keller: eine Ode an das Unbekannte
Für die BFF des Monats April tauchen wir in die Fantasie von Anja Keller ein. Ihre Kreation ist aus dem Wettbewerb "BFF des Jahres 2025" hervorgegangen, einer Bühne, auf der Kreativität, Handwerkskunst und Visionen zusammenkommen. In ihrem Werk werden die Lilien nicht nur zu Blumen, sondern zu Wegweisern. Form, Farbe und Textur fließen in einer fast unwirklichen Landschaft zusammen. Es zeigt, was passiert, wenn man als Designer nicht nur kreiert, sondern es auch wagt zuzuhören.
Der Reiz der Lilien
Für Anja sind Lilien seit vielen Jahren eine Quelle der Faszination. Nicht nur wegen ihrer reichen Farbpalette oder ihrer beeindruckenden Haltbarkeit, sondern vor allem wegen ihres Charakters. Jede Lilie hat ihre eigene Persönlichkeit, ihre eigene Art, sich zu öffnen, den Raum zu besetzen.
Diese Macht verlangt dem Schöpfer etwas ab. Sie zwingt zum Umdenken. Zum Loslassen von festen Strukturen. Statt zu steuern, entsteht ein Miteinander. Anja beschreibt es als einen Prozess, in dem sie sich bewusst ein wenig der Blume hingibt und sich von ihrem ersten Eindruck leiten lässt.
Ein mystischer Garten, geboren aus der Fantasie
Für diese Wettbewerbskreation wählte Anja ein Zusammenspiel von Apricot-, Orange- und Rottönen. Lilien Apricot Fudge, Zelmira, Dark Secret, Pokerface und Dauerhafte Liebe. Verschiedene Blütenformen fließen ineinander und bilden ein vielschichtiges Ganzes, das an einen Märchengarten erinnert. Ein Ort, der nicht ganz von dieser Welt zu sein scheint und doch in der Natur verwurzelt ist.
Die Lilien stehen in voller Blüte und sind optimal in Szene gesetzt, um Textur und Tiefe zu erzeugen. Jeder Stiel ist sorgfältig platziert, so dass sich jede Blüte voll entfalten kann. Das Ergebnis ist eine lebendige Landschaft, in der nichts zufällig erscheint.
Was diese Kreation besonders macht, ist die Art und Weise, wie auch unterstützende Materialien verwendet werden. Blumen und Elemente wachsen sozusagen aus einem moosigen Untergrund. Nicht so, wie man sie normalerweise verwenden würde, aber gerade dadurch verstärken sie das Gefühl eines verborgenen, magischen Ortes.
Die Kraft der Arbeit mit der Natur
Kennzeichnend für Anjas Arbeit ist ihre Vision des Schaffens. Sie sieht es nicht als einen einseitigen Prozess, sondern als einen Dialog mit der Natur. Wenn man wirklich hinschaut und hinhört, entstehen automatisch Formen und Kompositionen, die man sich vorher nicht hätte vorstellen können. Lilien spielen dabei eine Hauptrolle. Sie bringen nicht nur Farbe, sondern auch Struktur und eine fast greifbare Präsenz mit. Und dann ist da noch ihr Duft, der dem Werk eine zusätzliche Dimension verleiht. Er macht das Endergebnis nicht nur visuell stark, sondern auch sensorisch reich.
Inspiration, die weitergeht
Mit ihrem Beitrag zum Wettbewerb BFF of the Year 2025 zeigt Anja, wie vielseitig Lilien sind. Sie fordern heraus, überraschen und eröffnen immer wieder neue kreative Wege. Genau das macht sie so wertvoll für Floristen, die immer wieder etwas Neues entdecken wollen.
Ihre Arbeit ist eine Einladung, anders zu sehen. Das Offensichtliche loszulassen und dem Unbekannten Raum zu geben. Denn genau dort entstehen die außergewöhnlichsten Kreationen.